Siegerwimpel lagen zur Abholung bereit von Helmut Schaake

Besser konnten im Februar die Witterungsbedingungen nicht sein. Frühlingshafte Temperaturen von 15°C versetzten bei den hessischen Crosslaufmeisterschaften in Villmar die Läuferinnen und Läufer zunächst in euphorische Stimmung. Auch die räumlichen Gegebenheiten, kurze Wege zu Umkleide und Duschen, Startnummernausgabe und EDV Auswertung waren optimal. Doch dann war schnell Schluss mit "Gute-Laune-Bedingungen". Die Streckenauswahl, die Auswertung ohne Urkunden und die unvollständigen Ergebnislisten - am Montagabend gab es immer noch erst eine inoffizielle Ergebnisliste noch ohne Sieger der Mittelstrecke - gaben Anlass zu massiver Kritik.
Aus der Sicht von LaufReporter Tammo Lotz: Bergauf, bergab. Auf dem selektiven Wiesenkurs der hessischen Crossmeisterschaften 2008 in Villmar gab es nur diese zwei Alternativen. Flachpassagen - Fehlanzeige! Zeit zum Ausruhen - nichts da! Auf den steilen Bergabstücken gewann man schnell an Tempo. Um nicht aus den engen Kurven getragen zu werden, war aber auch kontrolliertes Abbremsen gefragt. Das ging auf die Oberschenkelmuskulatur ebenso wie auf Rücken und Wirbelsäule. Hatte man schließlich den tiefsten Punkt der Strecke erreicht, ging es auch gleich wieder bergauf. Und wie! Auf einer Distanz von knapp 80 Metern war es so steil, dass man kaum noch von Laufen sprechen konnte. Klettern war der bessere Ausdruck. Spätestens hier wusste jeder, dass das kein gewöhnlicher Crosslauf werden würde. Die Schritte wurden kürzer, die Ermüdung nahm zu.
Spitzenläufer können aufgrund ihrer konditionellen und physischen Voraussetzungen auch mit extremen Bedingungen umgehen und sie verkraften. Doch Meisterschaften - auch auf Landesebene - sind kein exklusiver Spielplatz für die Elite. Auf den Cross bezogen heißt das übersetzt: Die Strecke muss für alle Teilnehmer fair und "laufbar" sein - auch für die "Mitläufer", das Hinterfeld, die Schüler (vor allem im Hinblick auf die Teamwertung) und die Senioren. Forderung ja - Überforderung nein! Dieser Leitsatz konnte vor allem von den Jüngsten und Ältesten im Feld nicht geschlossen unterschrieben werden. Wenn man bedenkt, dass sich aus dem Nachwuchs von heute, die Elite von morgen zusammensetzt und die Altersklassen-Athleten das zahlenmäßig stärkste Standbein des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) darstellen, war die Veranstaltung in Villmar nicht die beste Werbung für die Zukunft des Crosslaufs und die olympische Kernsportart an sich.
Trotzdem konnte man in Villmar noch von Glück sprechen. Durch die frühlingshaften Bedingungen war der Untergrund kaum aufgeweicht. Einzig die Anzahl der Rennen und die großen Teilnehmerfelder hatten das Geläuf in den Gefäll-Passagen vertieft. Regen oder gar Schnee hätten für irreguläre und gesundheitsgefährdende Verhältnisse sorgen können. Von fairen Bedingungen hätte man nicht im Entferntesten mehr sprechen können. Der Hessische Leichtathletik-Verband (HLV) kann sich glücklich schätzen, dass dieses Szenario nicht Wirklichkeit wurde, denn eine Garantie für frühlingshafte Vorboten wie in diesem Jahr gibt einem ein Februartermin noch lange nicht.
Eine Konsequenz aus den Diskussionen um den Selektionsgrad einer Crossstrecke könnte sein, die Vergabemodalitäten von Meisterschaften zu überdenken. So beklagte Armin Schlepper, der langjährige HLV Beauftragte für den Talente-Cross in den Schülerklassen, die fehlende Möglichkeit der Streckenbegutachtung vor der Vergabe der Titelkämpfe in den hessischen Südwesten. Jetzt ist der Verband am Zug. Das gilt auch für das leidige Thema Siegerehrungen. Nach technischen Problemen im Laufe des Tages fiel ein Großteil der Siegerehrungen gleich ganz aus. Einzig die Siegerwimpel lagen zur Abholung bereit. Auf die Urkunden wurde vergeblich gewartet. Sie sollen nachgeschickt werden. Es blieb nicht das einzige technische Malheur.
Schaut man auf die Siegerliste der Männer-Mittelstrecke, findet man den Namen Axel Dietrich vom ASC Darmstadt ganz vorne. Wer in Villmar vor Ort war, wird sich verwundert die Augen reiben. Gab nicht Heiko Baier von der LG Fulda im Ziel Sieger-Interviews? Aber ja. Der Osthesse hatte sich nach Platz fünf bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Sindelfingen am Vortag über 3000 Meter in persönlicher Bestzeit kurzfristig entschieden, für die hessischen Cross-Titelkämpfe nachzumelden. Ein erfolgreicher Coup - da kam selbst der Computer sowohl in der Einzel als auch in der Mannschaftswertung nicht mit. Lag es am SELTEC Programm oder an der Bedienung?

Hessische Crossmeisterschaften in Villmar mit viel bergauf und bergab Stürmische Bergabpassagen
1 und 2. Lauf Schüler/innen B Mannschaftscup ca. 2000 m - 2 Runden
Der 13-jährige Leonard Hermann (TV Dillenburg) siegte über die 2000 Meter in 7:25 Minuten mit 5 Sekunden Vorsprung vor dem um ein Jahr jüngeren Ali Yüksel (TSV Eintracht Stadtallendorf) und Tobias Stang (MT Melsungen). Wie schon im Vorjahr siegte das Team des TSV Stadtallendorf mit Ali Yüksel, Marian Vietor (6), Pascal Köhler (8) und Leon Martin (17) in der Cupwertung. Bei den Mädchen legte Sophia Müller-Dott als überlegene Siegerin in 8:19 den Grundstock für den Teamerfolg der LG Eintracht Frankfurt, der durch Nathalie Dittmar (3) und Jil Ondracek (8) komplettiert wurde. Die Cupwertung ging hier an die LG Frankfurt mit 14 Punkten vor der MT Melsungen mit 16. Punkten.
3. und 4. Lauf M/W15/14 ca. 3000 m - 3 Runden
Bei den Schülern A (M14/15) setzte sich mit 10 Sekunden Vorsprung Clemens Kammer (LG Reinheim/Roßdorf) in 10:41 Minuten über die drei Runden der (zu) langen 3000 Meter durch. Bei den gleichaltrigen Mädchen hatte Sina Clausmeyer (LC Eschenburg) mit 12:14 Minuten am Ende sechs Sekunden gegen Michelle Dietz (SSC Hanau-Rodenbach) herausgelaufen.



Die Männer/Junioren Mittelstrecke ging mit ca. 3900 m über 4 Runden 2. und 1. Junior wird Axel Dietrich Heiko Baier auch ein Tag nach 3000m Bestzeit bei derHallen-DM in Sindelfingen Extraklasse, holt sich seine 45. HLV Meisterschaft
5. Lauf Männer/Junioren Mittelstrecke ca. 3900 m - 4 Runden
Hoch her ging es auf der Mittelstrecke. Immer wieder spannend gestaltet sich der Start der Aktiven, die hier bedingungslos über die Wiese spurteten, um eine gute Ausgangsposition zu bekommen. Doch vom Start weg ließ der nachgemeldete Heiko Baier (LG Fulda) keinen Zweifel an seinem Sieg aufkommen. Mit einer spielerischen Leichtigkeit konnte er seiner Konkurrenz schon am ersten Bergabstück auf und davon laufen und auf den vier anspruchsvollen Runden seinen Vorsprung Runde um Runde sogar noch vergrößern. Dies ist auch deshalb bewundernswert, weil er keine 24 Stunden nach seinem guten Abschneiden bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Sindelfingen als 5. in neuer Bestzeit von 8:09,95 Minuten doch eigentlich Ermüdungserscheinungen hätte zeigen müssen. Doch die Mannschaft brauchte ihn, und er holte sich mit der Mannschaft der LG Fulda (ca. 12:41 Minuten - Ergebnis liegt nicht vor) seinen vierten Hessentitel in diesem Jahr und den insgesamt 45. überhaupt seiner noch jungen Laufbahn. Platz zwei erkämpfte sich mit einem klug eingeteilten Rennen Axel Dietrich (ASC Darmstadt) in 12:58 Minuten und holte damit den Juniorensieg. Dritter wurde Marco Kornrumpf (LG Neu-Isenburg-Heusenstamm) in 13:11 vor dem zwei Sekunden dahinter einlaufenden Matthias Menzfeld (ESV Jahn Treysa).


WJA und WJB: 2. und 1. WJB Laura Hottenrott-Freitag (316) Schnellste und 1. WJA Sena Badane Start weiblichen Jugend A/B über 3900 m
6. Lauf WJA und WJB ca. 3900 m 4 Runden
Die Top-Favoritin und deutsche A-Jugend-Meisterin Sena Badane (LC Mengerskirchen) musste als Titelverteidigerin nicht viel tun, um sich bei Streckenhälfte entscheidend absetzen zu können und nach 15:32 Minuten einen ungefährdeten Sieg herauszulaufen. Platz zwei ging an Laura Hottenrott-Freitag (LG Baunatal/Fuldabrück), die sich riesig über ihren ersten Hessentitel in der B-Jugend in 16:12 Minuten freute.
7. Lauf MJA und MJB ca. 3900 m 4 Runden
Eine Solovorstellung gab Vorjahresseiger Florian Orth (ESV Jahn Treysa) bei der Jugend, der vom Start weg allen auf und davon rannte und bei seiner Ein-Mann-Show nach 12:35 Minuten einen 200-Meter-Vorsprung gegen Jannik Ernst (TV Waldstraße - 13:17) herausgelaufen hatte. Als Vierter im Gesamtfeld sicherte sich Robel Mesgena (TSV Obervorschütz) den Sieg bei der B-Jugend nach 13:23 Minuten mit vier Sekunden Vorsprung vor Nico Sonnenberg (TV Dillenburg).




MJA und MJB 3900 m: 1. MJB Robel Mesgena (212), 3. MJA Moritz Hillesheim (508) und 3. MJB Wahib Ech-Chad (371) Schnellster und 1. MJA Sieger Florian Orth 2. MJA Jannik Ernst Bergab auch für die Jugend
8. Lauf Juniorinnen, Frauen, W30 u.ä. ca. 3900 m 4 Runden.
Zunächst sah es auf den beiden ersten Runden nach einem Zweikampf um den Gesamtsieg zwischen Anna Hahner (PSV Grün-Weiß Kassel) und Jana Hirschhäuser (ASC Breidenbach) aus, doch nach Streckenhälfte musste Jana Hirschhäuser erkennen, dass ihr nach einer Erkältung immer noch die Kraftreserven fehlten. Anna Hahner war mit 15:19 Minuten überraschenderweise sogar schneller als Sena Badane (Jugend) und an diesem Tag einfach zu stark. Von hinten kämpfte sich dann Jenny Schulz (SKILLS 04 Frankfurt) nach 15:26 Minuten sicher auf den zweiten Platz heran. Marathonläuferin Birgitt Bohn (Spridon Frankfurt), nach 15:35 Minuten W35 Siegerin, zeigte gegen die 15 Jahre jüngere Natascha Schmitt (LG Eintracht Frankfurt) Kampfgeist und hatte im Ziel zwei Sekunden Vorsprung.



Juniorinnen, Frauen, W30 u.ä. liefen gemeinsam ca. 3900 m: 3. W55 Angelika Stephan W65 Siegerin Emmi Schneider vor Julia Neudecker (li.) und Petra Sonthoff (re.), dahinter verdeckt die 1. W60 Karin Risch und am Ende die 2. W60 Elke Knörr Siegerin W45 Stefanie Hock 2. W55 Marianna Domes
Bei den Seniorinnen musste Meike Wallow (SF Blau-Gelb Marburg), den Sieg und das Ziel schon vor den Augen, erkennen, dass derjenige, der auf den letzten Metern von hinten kommt und noch spurten kann, Sieger ist. Mit schweren Beinen konnte sie den Angriff von Annette Knaus (TV Waldstraße-Wiesbaden) nicht mehr abwehren. Am Ende sicherte sich Stefanie Hock (ASC Darmstadt) als 16. im Gesamtfeld den Sieg in der W45 nach 16:51 Minuten knapp vor W40 Siegerin Annette Knaus 16:53 Minuten. Nur weitere vier Sekunden später erreichte Meike Wallow als 2. der W40 das Ziel. Doris Pfannes (TuSpo Borken) als 30. in 18:09 Minuten war Schnellste der W55 und lag sogar noch vor W50 Siegerin Gudrun Möbs (LC Mengerskirchen), Platz 36. in 19:18 Minuten. Die W60 gewann Karin Risch (LG Biebesheim) in 20:19 mit nur zwei Sekunden Vorsprung vor Elke Knörr (TSV Grävenwiesbach). In der W65 siegte einmal mehr Emmi Schneider (LC Eschenburg) überlegen in 21:32 Minuten, bei den über 70-Jährigen war Annemarie Reng (SV Fischbach) in 28:18 Minuten erfolgreich.


Siegerin und 1. Juniorin Anna Hahner führt das Feld vom Start an. Hinter ihr mit der Nr. 6 die 5. und 3. Juniorin Jana Stefanie Hirschhäuser 3. Birgitt Bohn(1. W35/re.), 4. Natascha Schmitt (2. Jun/mitte) und dahinter die 2. Jenny Schulz (1. WHK) Das Team W40 von Blau Gelb Marburg mit von links 5. W40 Steffi Merkel-Heinz, 7. W40 Petra Sonthoff und 2. W40 Meike Wallow
9. Lauf Junioren, Männer, M30+35 ca. 7700 m - 8 Runden
Wie immer war der Wettkampf der Männer auf der Langstrecke der Höhepunkt der Crosslaufmeisterschaften. Sie gingen zusammen mit den Junioren und den schnellen "jungen" Altersklassen M30 und M35 an den Start über 8 Runden und insgesamt 7700 Meter. Vor dem Start gab es eine Hand voll Favoriten, die für den Sieg in Frage kamen: Zum Favoritenkreis zählten aus meiner Sicht der Deutsche Marathonmeister Philipp Ratz (Büttner) und Marco Diel (beide TSV Friedberg-Fauerbach), die Kasseler Jörn Harland, Junior Jan Mattis Kuhn (LC Eschenburg), Thomas Seibert (SSC Hanau-Rodenbach) und Tammo Lotz (SF Blau-Gelb Marburg), der vor Wochenfrist sich beim Wetteraner 10.000 Meter Bahnlauf mit 31:15 Minuten wieder deutlich ins Gespräch gebracht hat.
Mitläufer und Zuschauer staunten nicht schlecht. Trotz der respekteinflößenden Strecke wurde von Anfang an kräftig aufs Tempo gedrückt. Verantwortlich dafür waren vor allem die in grün-weiß gekleideten Läufer vom PSV GW Kassel, Berglauf-Spezialist Julian Flügel, Hindernisläufer Jörn Harland sowie die Gebrüder Markus und Matthias Jahn. Letzterer hatte vor kurzem den dritten Platz beim Treppenlauf im Empire State Building in New York belegt. Besonders im Gefälle suchten sie ihre Chance.



Junioren, Männer, M30+35 ca. 7700 m 8 Runden: 7. Markus Jahn vor 4. Thomas Seibert (137) und 10. Tammo Lotz (178) Start Ziel Sieg für Philipp Ratz 2. Junior Julian Flügel (423) + 3. Jörn Harland (428) und 1. M30 Benjamin Rossmann (161)
Nach drei Runden hatte sich das Feld beruhigt - und auseinander gezogen. Nun kam die Zeit von Philipp Ratz, dem amtierenden Deutschen Marathonmeister vom TSV Friedberg-Fauerbach. Mit raumgreifenden Schritten übernahm er leichtfüßig die Initiative und setzte sich ab. Während der 32-Jährige vorne bald einsam seine Kreise zog und erst, wie er später zugab, auf den letzten zwei Runden über fehlende (Körner) Frische klagte, rollte Jan Mattis Kuhn vom LC Eschenburg (als Mann der zweiten Hälfte) das Feld von hinten auf. Von einem Platz jenseits der Top Ten im Zwischenklassement arbeitete sich der 21 Jahre alte Juniorensieger bis auf Rang zwei vor (25:52 Minuten) und hatte im Ziel nur noch 13 Sekunden Rückstand auf Philipp Ratz (25:39).
Jön Harland erkämpfte sich Bronze in 26:08 Minuten und führte seine starke Vorstellung, auch wenn er am Ende etwas nachließ, auf die günstigen Trainingsbedingungen zurück. Nach erfolgreichem Zweitstudienabschluss kann sich der Schützling des ehemaligen Marathon-Bundestrainers Wilfried Aufenanger zurzeit ganz auf den Sport konzentrieren und in meist zwei Einheiten pro Tag viele Kilometer abspulen. Auf dem Weg zu den Deutschen Halbmarathonmeisterschaften in Calw, Anfang April, ist auch ein Start bei der Cross-DM in Ohrdruf (8. März) eingeplant. Harlands Trainingskamerad Thomas Seibert (SSC Hanau-Rodenbach) legte auch eine kluge Renneinteilung an den Tag. Der angehende Lehrer, vor kurzem hat sein Referendariat im Offenbacher Raum begonnen, arbeitete sich bis auf den vierten Platz nach vorne (26:16).
Eine starke Vorstellung gab auch der LC Mengerskirchen in Person von M30-Sieger Benjamin Rossmann (26:33) und Martin Schönberger (2. M30; 27:04) auf den Rängen sechs und acht ab. Mit gleich drei Mann unter den besten Zehn zeigte der PSV GW Kassel mannschaftliche Geschlossenheit (5. Julian Flügel in 26:23 und 7. Markus Jahn in 27:00). Und es gab sie sogar, die Doppelstarter. Nach vier Runden über die Mittelstrecke (3900 Meter) hängte das Quartett der LG Neu-Isenburg-Heusenstamm mit Marco Kornrumpf (21. in 29:08), Florian Herr (33. in 30:39), Martin Luprich (35. in 31:00) und Markus Heidl (37. in 31:28), als auch Felix Thum (LC Eschenburg; 23. in 29:24) und Daniel Kremer (LC Mengerskirchen; 34. in 30:48) nach knapp zwei Stunden Pause noch acht Runden dran.




Schräglage bei Julian Flügel Der Mann der zweiten Hälfte, 2. und 1. Junior Jan Matthis Kuhn Jochen Rolle, Trainer von Philipp Ratz, läuft im guten Mittelfeld Senioren M40-45 ca. 6800 m 7 Runden: vorne der 1. M45 Hakim Ouahioune
10. Lauf Senioren M40-45 ca. 6800 m - 7 Runden
Der schnellste im Feld über 800/1500/3000 und auch 5000 Meter auf der Bahn war ohne Zweifel Markus Zerres (TV Waldstraße Wiesbaden), doch ob er dies auch im Gelände umsetzen konnte war fraglich. So meinte er schon vor dem Start: "Eigentlich kann ich nur geradeaus laufen." So stieg er dann später auch aus. Vom Start weg legte 3000-Meter-Hallenmeister Thorsten Kramer (SF Blau-Gelb Marburg) ein Höllentempo vor, stürmte das lange Bergabstück herunter und hatte auch nach der ersten Runde einen 50-Meter-Vorsprung gegenüber seinen Vereinskameraden Marathon-Hessenmeister Hakim Ouahioune und Ralf Nowak herausgelaufen. Diese hatten in ihrem Schlepptau aber so starke Mitstreiter wie Markus Riefer (SSC Hanau-Rodenbach) und Vorjahressieger Jürgen Wagner (PSV Grün Weiß Kassel).



Senioren M40-45: 2. M40 Jürgen Wagner und 6. M40 Roland Ott (163) Der M40 Sieger Thorsten Kramer wehrt den Schlussspurt von Jürgen Wagner ab Platz 1 (Thorsten Kramer/182), 4 (Ralf Nowak/183) und 5 (Hakim Ouahioune/181) für die Blau Gelben aus Marburg als Mannschaftssieger
Nach Streckenhälfte machte sich dann Markus Riefer auf die Verfolgungsjagd, schloss auf Kramer auf und zog auch leicht vorbei, konnte sich aber nicht entscheidend absetzen. Von hinten kämpfte sich Jürgen Wagner immer dichter an das Spitzenduo heran, die Blau-Gelben verloren am Bergabstück Meter um Meter. Doch wer schon glaubte, dass Thorsten Kramer geschlagen sei, der irrte. Kramer: "Ich wusste, nach sechs Runden könnte es in der letzten Runde noch mal ganz eng werden." Und so kam es auch zu einem Brust-an-Brust-Rennen zwischen Jürgen Wagner und Thorsten Kramer, bevor dann Kramer 300 Meter vor dem Ziel seine bessere Spurtstärke ausspielte und sich mit 24:27 zu 24:35 Minuten noch deutlich seinen zweiten Hessentitel in diesem Jahr sicherte. Platz drei ging an Markus Riefer in 24:45 Minuten vor den beiden Marburgern Ralf Nowak in 24:58 Minuten und M45 Sieger Hakim Ouahioune in 25:14 Minuten sowie dem kampfstarken Paul Guckelsberger (LV Mengerskirchen) 2. M45 in 25:20 Minuten. Die Mannschaftswertung müsste nach Erfassung der Ergebnisse mit Kramer 1. Nowak 4. und Ouahioune 5. mit 10 Pkt. an SF Blau-Gelb Marburg gehen.




6 Runden über ca. 5800m galt es für die Senioren M50 und älter zu bewältigen 2. M55 Nazzareno Gerecitano 2. M50 Siegfried Quoika 2. M65 Helmut Schulhauser
11. Lauf Senioren M50 u.ä. ca. 5800m 6 Runden
Wenn Jürgen Theofel (FV Wallau) an den Start geht, will er auch gewinnen. Der 14-fache Deutsche Meister und letztjährige Europameister im Halbmarathon war hier als Titelverteidiger der M45 angetreten und wollte auch in seiner neuen Altersklasse M50 gewinnen. Aber auch hier hatte er auf Landesebene eigentlich keinen ernsthaften Gegner zu fürchten. Vom Start weg lief er ein einsames Rennen an der Spitze und konnte auf den sechs Runden seinen Vorsprung Runde um Runde kontinuierlich vergrößern. Im Ziel wurde er mit 21:30 Minuten gestoppt und lag 41 Sekunden vor Siegfried Quoika (TV Waldstraße Wiesbaden). Dahinter lief Peter Eckes (LG Bad Soden/Neuenhain) in 22:45 über die Ziellinie.



1. M60 Reinhardt Gehrmann In der "jugendlichen AK45" noch 100 km in 6:49:17 h gelaufen, läuft Harry A. Arndt heute zwar etwas kürzer jedoch nicht weniger hart. Bei den hessischen Crossmeisterschaften belegte er den 4. Platz in der AK70 1. M50 Jürgen Theofel, 1. M65 Elias Dobré und 1. M55 Egbert Merkel

Nicht Titelverteidiger Nazzareno Gerecitano (TuSpo Borken) holte sich diesmal den Titel der M55, sondern Egbert Merkel (TSV Cappel), auf Platz vier im Gesamtfeld. Nach vorsichtigem Beginn auf den ersten Runden lag er im Ziel in 22:48 Minuten vor seinem Konkurrenten, der in den ersten Runden auf dem zweiten Gesamtplatz liegend, das Rennen viel zu stürmisch angegangen war.
Die Altersklassen Wimpel der M60 konnte sich als 11. im Gesamtfeld Reinhardt Gehrmann (PSV Grün-Weiß Kassel) nach guten 25:09 Minuten holen. Auch Elias Dobré (TSV Cappel) konnte für seinen Sieg in der M65 einen Wimpel entgegen nehmen. Er wurde wie schon in der Halle über 3000 Meter in der M65 nach 26:11 Minuten 13. im Gesamtfeld. Bei den "Oldies" in der M70 siegte Horst Schubert (MT Melsungen) auf Platz 27 nach 29:02 Minuten und in der M75 war Dieter Grossmann (TV Niederscheld) in 33:35 Minuten erfolgreich.


Bericht und Fotos von Helmut Schaake
Ergebnisse www.hlv.de



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