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Siegerwimpel lagen zur Abholung bereit von Helmut
Schaake
Besser konnten
im Februar die Witterungsbedingungen nicht sein. Frühlingshafte Temperaturen
von 15°C versetzten bei den hessischen Crosslaufmeisterschaften in
Villmar die Läuferinnen und Läufer zunächst in euphorische
Stimmung. Auch die räumlichen Gegebenheiten, kurze Wege zu Umkleide
und Duschen, Startnummernausgabe und EDV Auswertung waren optimal. Doch
dann war schnell Schluss mit "Gute-Laune-Bedingungen". Die Streckenauswahl,
die Auswertung ohne Urkunden und die unvollständigen Ergebnislisten
- am Montagabend gab es immer noch erst eine inoffizielle Ergebnisliste
noch ohne Sieger der Mittelstrecke - gaben Anlass zu massiver Kritik.
Aus der Sicht von LaufReporter Tammo Lotz: Bergauf, bergab. Auf dem selektiven
Wiesenkurs der hessischen Crossmeisterschaften 2008 in Villmar gab es
nur diese zwei Alternativen. Flachpassagen - Fehlanzeige! Zeit zum Ausruhen
- nichts da! Auf den steilen Bergabstücken gewann man schnell an
Tempo. Um nicht aus den engen Kurven getragen zu werden, war aber auch
kontrolliertes Abbremsen gefragt. Das ging auf die Oberschenkelmuskulatur
ebenso wie auf Rücken und Wirbelsäule. Hatte man schließlich
den tiefsten Punkt der Strecke erreicht, ging es auch gleich wieder bergauf.
Und wie! Auf einer Distanz von knapp 80 Metern war es so steil, dass man
kaum noch von Laufen sprechen konnte. Klettern war der bessere Ausdruck.
Spätestens hier wusste jeder, dass das kein gewöhnlicher Crosslauf
werden würde. Die Schritte wurden kürzer, die Ermüdung
nahm zu.
Spitzenläufer können aufgrund ihrer konditionellen und physischen
Voraussetzungen auch mit extremen Bedingungen umgehen und sie verkraften.
Doch Meisterschaften - auch auf Landesebene - sind kein exklusiver Spielplatz
für die Elite. Auf den Cross bezogen heißt das übersetzt:
Die Strecke muss für alle Teilnehmer fair und "laufbar"
sein - auch für die "Mitläufer", das Hinterfeld, die
Schüler (vor allem im Hinblick auf die Teamwertung) und die Senioren.
Forderung ja - Überforderung nein! Dieser Leitsatz konnte vor allem
von den Jüngsten und Ältesten im Feld nicht geschlossen unterschrieben
werden. Wenn man bedenkt, dass sich aus dem Nachwuchs von heute, die Elite
von morgen zusammensetzt und die Altersklassen-Athleten das zahlenmäßig
stärkste Standbein des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) darstellen,
war die Veranstaltung in Villmar nicht die beste Werbung für die
Zukunft des Crosslaufs und die olympische Kernsportart an sich.
Trotzdem konnte man in Villmar noch von Glück sprechen. Durch die
frühlingshaften Bedingungen war der Untergrund kaum aufgeweicht.
Einzig die Anzahl der Rennen und die großen Teilnehmerfelder hatten
das Geläuf in den Gefäll-Passagen vertieft. Regen oder gar Schnee
hätten für irreguläre und gesundheitsgefährdende Verhältnisse
sorgen können. Von fairen Bedingungen hätte man nicht im Entferntesten
mehr sprechen können. Der Hessische Leichtathletik-Verband (HLV)
kann sich glücklich schätzen, dass dieses Szenario nicht Wirklichkeit
wurde, denn eine Garantie für frühlingshafte Vorboten wie in
diesem Jahr gibt einem ein Februartermin noch lange nicht.
Eine Konsequenz aus den Diskussionen um den Selektionsgrad einer Crossstrecke
könnte sein, die Vergabemodalitäten von Meisterschaften zu überdenken.
So beklagte Armin Schlepper, der langjährige HLV Beauftragte für
den Talente-Cross in den Schülerklassen, die fehlende Möglichkeit
der Streckenbegutachtung vor der Vergabe der Titelkämpfe in den hessischen
Südwesten. Jetzt ist der Verband am Zug. Das gilt auch für das
leidige Thema Siegerehrungen. Nach technischen Problemen im Laufe des
Tages fiel ein Großteil der Siegerehrungen gleich ganz aus. Einzig
die Siegerwimpel lagen zur Abholung bereit. Auf die Urkunden wurde vergeblich
gewartet. Sie sollen nachgeschickt werden. Es blieb nicht das einzige
technische Malheur.
Schaut man auf die Siegerliste der Männer-Mittelstrecke, findet man
den Namen Axel Dietrich vom ASC Darmstadt ganz vorne. Wer in Villmar vor
Ort war, wird sich verwundert die Augen reiben. Gab nicht Heiko Baier
von der LG Fulda im Ziel Sieger-Interviews? Aber ja. Der Osthesse hatte
sich nach Platz fünf bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Sindelfingen
am Vortag über 3000 Meter in persönlicher Bestzeit kurzfristig
entschieden, für die hessischen Cross-Titelkämpfe nachzumelden.
Ein erfolgreicher Coup - da kam selbst der Computer sowohl in der Einzel
als auch in der Mannschaftswertung nicht mit. Lag es am SELTEC Programm
oder an der Bedienung?
Hessische Crossmeisterschaften in Villmar mit viel bergauf und bergab
Stürmische Bergabpassagen
1 und 2. Lauf Schüler/innen B Mannschaftscup ca. 2000 m - 2 Runden
Der 13-jährige Leonard Hermann (TV Dillenburg) siegte über die
2000 Meter in 7:25 Minuten mit 5 Sekunden Vorsprung vor dem um ein Jahr
jüngeren Ali Yüksel (TSV Eintracht Stadtallendorf) und Tobias
Stang (MT Melsungen). Wie schon im Vorjahr siegte das Team des TSV Stadtallendorf
mit Ali Yüksel, Marian Vietor (6), Pascal Köhler (8) und Leon
Martin (17) in der Cupwertung. Bei den Mädchen legte Sophia Müller-Dott
als überlegene Siegerin in 8:19 den Grundstock für den Teamerfolg
der LG Eintracht Frankfurt, der durch Nathalie Dittmar (3) und Jil Ondracek
(8) komplettiert wurde. Die Cupwertung ging hier an die LG Frankfurt mit
14 Punkten vor der MT Melsungen mit 16. Punkten.
3. und 4. Lauf M/W15/14 ca. 3000 m - 3 Runden
Bei den Schülern A (M14/15) setzte sich mit 10 Sekunden Vorsprung
Clemens Kammer (LG Reinheim/Roßdorf) in 10:41 Minuten über
die drei Runden der (zu) langen 3000 Meter durch. Bei den gleichaltrigen
Mädchen hatte Sina Clausmeyer (LC Eschenburg) mit 12:14 Minuten am
Ende sechs Sekunden gegen Michelle Dietz (SSC Hanau-Rodenbach) herausgelaufen.
Die Männer/Junioren Mittelstrecke ging mit ca. 3900 m über 4
Runden 2. und 1. Junior wird Axel Dietrich Heiko Baier auch ein Tag nach
3000m Bestzeit bei derHallen-DM in Sindelfingen Extraklasse, holt sich
seine 45. HLV Meisterschaft
5. Lauf Männer/Junioren Mittelstrecke ca. 3900 m - 4 Runden
Hoch her ging es auf der Mittelstrecke. Immer wieder spannend gestaltet
sich der Start der Aktiven, die hier bedingungslos über die Wiese
spurteten, um eine gute Ausgangsposition zu bekommen. Doch vom Start weg
ließ der nachgemeldete Heiko Baier (LG Fulda) keinen Zweifel an
seinem Sieg aufkommen. Mit einer spielerischen Leichtigkeit konnte er
seiner Konkurrenz schon am ersten Bergabstück auf und davon laufen
und auf den vier anspruchsvollen Runden seinen Vorsprung Runde um Runde
sogar noch vergrößern. Dies ist auch deshalb bewundernswert,
weil er keine 24 Stunden nach seinem guten Abschneiden bei den Deutschen
Hallenmeisterschaften in Sindelfingen als 5. in neuer Bestzeit von 8:09,95
Minuten doch eigentlich Ermüdungserscheinungen hätte zeigen
müssen. Doch die Mannschaft brauchte ihn, und er holte sich mit der
Mannschaft der LG Fulda (ca. 12:41 Minuten - Ergebnis liegt nicht vor)
seinen vierten Hessentitel in diesem Jahr und den insgesamt 45. überhaupt
seiner noch jungen Laufbahn. Platz zwei erkämpfte sich mit einem
klug eingeteilten Rennen Axel Dietrich (ASC Darmstadt) in 12:58 Minuten
und holte damit den Juniorensieg. Dritter wurde Marco Kornrumpf (LG Neu-Isenburg-Heusenstamm)
in 13:11 vor dem zwei Sekunden dahinter einlaufenden Matthias Menzfeld
(ESV Jahn Treysa).
WJA und WJB: 2. und 1. WJB Laura Hottenrott-Freitag (316) Schnellste und
1. WJA Sena Badane Start weiblichen Jugend A/B über 3900 m
6. Lauf WJA und WJB ca. 3900 m 4 Runden
Die Top-Favoritin und deutsche A-Jugend-Meisterin Sena Badane (LC Mengerskirchen)
musste als Titelverteidigerin nicht viel tun, um sich bei Streckenhälfte
entscheidend absetzen zu können und nach 15:32 Minuten einen ungefährdeten
Sieg herauszulaufen. Platz zwei ging an Laura Hottenrott-Freitag (LG Baunatal/Fuldabrück),
die sich riesig über ihren ersten Hessentitel in der B-Jugend in
16:12 Minuten freute.
7. Lauf MJA und MJB ca. 3900 m 4 Runden
Eine Solovorstellung gab Vorjahresseiger Florian Orth (ESV Jahn Treysa)
bei der Jugend, der vom Start weg allen auf und davon rannte und bei seiner
Ein-Mann-Show nach 12:35 Minuten einen 200-Meter-Vorsprung gegen Jannik
Ernst (TV Waldstraße - 13:17) herausgelaufen hatte. Als Vierter
im Gesamtfeld sicherte sich Robel Mesgena (TSV Obervorschütz) den
Sieg bei der B-Jugend nach 13:23 Minuten mit vier Sekunden Vorsprung vor
Nico Sonnenberg (TV Dillenburg).
MJA und MJB 3900 m: 1. MJB Robel Mesgena (212), 3. MJA Moritz Hillesheim
(508) und 3. MJB Wahib Ech-Chad (371) Schnellster und 1. MJA Sieger Florian
Orth 2. MJA Jannik Ernst Bergab auch für die Jugend
8. Lauf Juniorinnen, Frauen, W30 u.ä. ca. 3900 m 4 Runden.
Zunächst sah es auf den beiden ersten Runden nach einem Zweikampf
um den Gesamtsieg zwischen Anna Hahner (PSV Grün-Weiß Kassel)
und Jana Hirschhäuser (ASC Breidenbach) aus, doch nach Streckenhälfte
musste Jana Hirschhäuser erkennen, dass ihr nach einer Erkältung
immer noch die Kraftreserven fehlten. Anna Hahner war mit 15:19 Minuten
überraschenderweise sogar schneller als Sena Badane (Jugend) und
an diesem Tag einfach zu stark. Von hinten kämpfte sich dann Jenny
Schulz (SKILLS 04 Frankfurt) nach 15:26 Minuten sicher auf den zweiten
Platz heran. Marathonläuferin Birgitt Bohn (Spridon Frankfurt), nach
15:35 Minuten W35 Siegerin, zeigte gegen die 15 Jahre jüngere Natascha
Schmitt (LG Eintracht Frankfurt) Kampfgeist und hatte im Ziel zwei Sekunden
Vorsprung.
Juniorinnen, Frauen, W30 u.ä. liefen gemeinsam ca. 3900 m: 3. W55
Angelika Stephan W65 Siegerin Emmi Schneider vor Julia Neudecker (li.)
und Petra Sonthoff (re.), dahinter verdeckt die 1. W60 Karin Risch und
am Ende die 2. W60 Elke Knörr Siegerin W45 Stefanie Hock 2. W55 Marianna
Domes
Bei den Seniorinnen musste Meike Wallow (SF Blau-Gelb Marburg), den Sieg
und das Ziel schon vor den Augen, erkennen, dass derjenige, der auf den
letzten Metern von hinten kommt und noch spurten kann, Sieger ist. Mit
schweren Beinen konnte sie den Angriff von Annette Knaus (TV Waldstraße-Wiesbaden)
nicht mehr abwehren. Am Ende sicherte sich Stefanie Hock (ASC Darmstadt)
als 16. im Gesamtfeld den Sieg in der W45 nach 16:51 Minuten knapp vor
W40 Siegerin Annette Knaus 16:53 Minuten. Nur weitere vier Sekunden später
erreichte Meike Wallow als 2. der W40 das Ziel. Doris Pfannes (TuSpo Borken)
als 30. in 18:09 Minuten war Schnellste der W55 und lag sogar noch vor
W50 Siegerin Gudrun Möbs (LC Mengerskirchen), Platz 36. in 19:18
Minuten. Die W60 gewann Karin Risch (LG Biebesheim) in 20:19 mit nur zwei
Sekunden Vorsprung vor Elke Knörr (TSV Grävenwiesbach). In der
W65 siegte einmal mehr Emmi Schneider (LC Eschenburg) überlegen in
21:32 Minuten, bei den über 70-Jährigen war Annemarie Reng (SV
Fischbach) in 28:18 Minuten erfolgreich.
Siegerin und 1. Juniorin Anna Hahner führt das Feld vom Start an.
Hinter ihr mit der Nr. 6 die 5. und 3. Juniorin Jana Stefanie Hirschhäuser
3. Birgitt Bohn(1. W35/re.), 4. Natascha Schmitt (2. Jun/mitte) und dahinter
die 2. Jenny Schulz (1. WHK) Das Team W40 von Blau Gelb Marburg mit von
links 5. W40 Steffi Merkel-Heinz, 7. W40 Petra Sonthoff und 2. W40 Meike
Wallow
9. Lauf Junioren, Männer, M30+35 ca. 7700 m - 8 Runden
Wie immer war der Wettkampf der Männer auf der Langstrecke der Höhepunkt
der Crosslaufmeisterschaften. Sie gingen zusammen mit den Junioren und
den schnellen "jungen" Altersklassen M30 und M35 an den Start
über 8 Runden und insgesamt 7700 Meter. Vor dem Start gab es eine
Hand voll Favoriten, die für den Sieg in Frage kamen: Zum Favoritenkreis
zählten aus meiner Sicht der Deutsche Marathonmeister Philipp Ratz
(Büttner) und Marco Diel (beide TSV Friedberg-Fauerbach), die Kasseler
Jörn Harland, Junior Jan Mattis Kuhn (LC Eschenburg), Thomas Seibert
(SSC Hanau-Rodenbach) und Tammo Lotz (SF Blau-Gelb Marburg), der vor Wochenfrist
sich beim Wetteraner 10.000 Meter Bahnlauf mit 31:15 Minuten wieder deutlich
ins Gespräch gebracht hat.
Mitläufer und Zuschauer staunten nicht schlecht. Trotz der respekteinflößenden
Strecke wurde von Anfang an kräftig aufs Tempo gedrückt. Verantwortlich
dafür waren vor allem die in grün-weiß gekleideten Läufer
vom PSV GW Kassel, Berglauf-Spezialist Julian Flügel, Hindernisläufer
Jörn Harland sowie die Gebrüder Markus und Matthias Jahn. Letzterer
hatte vor kurzem den dritten Platz beim Treppenlauf im Empire State Building
in New York belegt. Besonders im Gefälle suchten sie ihre Chance.
Junioren, Männer, M30+35 ca. 7700 m 8 Runden: 7. Markus Jahn vor
4. Thomas Seibert (137) und 10. Tammo Lotz (178) Start Ziel Sieg für
Philipp Ratz 2. Junior Julian Flügel (423) + 3. Jörn Harland
(428) und 1. M30 Benjamin Rossmann (161)
Nach drei Runden hatte sich das Feld beruhigt - und auseinander gezogen.
Nun kam die Zeit von Philipp Ratz, dem amtierenden Deutschen Marathonmeister
vom TSV Friedberg-Fauerbach. Mit raumgreifenden Schritten übernahm
er leichtfüßig die Initiative und setzte sich ab. Während
der 32-Jährige vorne bald einsam seine Kreise zog und erst, wie er
später zugab, auf den letzten zwei Runden über fehlende (Körner)
Frische klagte, rollte Jan Mattis Kuhn vom LC Eschenburg (als Mann der
zweiten Hälfte) das Feld von hinten auf. Von einem Platz jenseits
der Top Ten im Zwischenklassement arbeitete sich der 21 Jahre alte Juniorensieger
bis auf Rang zwei vor (25:52 Minuten) und hatte im Ziel nur noch 13 Sekunden
Rückstand auf Philipp Ratz (25:39).
Jön Harland erkämpfte sich Bronze in 26:08 Minuten und führte
seine starke Vorstellung, auch wenn er am Ende etwas nachließ, auf
die günstigen Trainingsbedingungen zurück. Nach erfolgreichem
Zweitstudienabschluss kann sich der Schützling des ehemaligen Marathon-Bundestrainers
Wilfried Aufenanger zurzeit ganz auf den Sport konzentrieren und in meist
zwei Einheiten pro Tag viele Kilometer abspulen. Auf dem Weg zu den Deutschen
Halbmarathonmeisterschaften in Calw, Anfang April, ist auch ein Start
bei der Cross-DM in Ohrdruf (8. März) eingeplant. Harlands Trainingskamerad
Thomas Seibert (SSC Hanau-Rodenbach) legte auch eine kluge Renneinteilung
an den Tag. Der angehende Lehrer, vor kurzem hat sein Referendariat im
Offenbacher Raum begonnen, arbeitete sich bis auf den vierten Platz nach
vorne (26:16).
Eine starke Vorstellung gab auch der LC Mengerskirchen in Person von M30-Sieger
Benjamin Rossmann (26:33) und Martin Schönberger (2. M30; 27:04)
auf den Rängen sechs und acht ab. Mit gleich drei Mann unter den
besten Zehn zeigte der PSV GW Kassel mannschaftliche Geschlossenheit (5.
Julian Flügel in 26:23 und 7. Markus Jahn in 27:00). Und es gab sie
sogar, die Doppelstarter. Nach vier Runden über die Mittelstrecke
(3900 Meter) hängte das Quartett der LG Neu-Isenburg-Heusenstamm
mit Marco Kornrumpf (21. in 29:08), Florian Herr (33. in 30:39), Martin
Luprich (35. in 31:00) und Markus Heidl (37. in 31:28), als auch Felix
Thum (LC Eschenburg; 23. in 29:24) und Daniel Kremer (LC Mengerskirchen;
34. in 30:48) nach knapp zwei Stunden Pause noch acht Runden dran.
Schräglage bei Julian Flügel Der Mann der zweiten Hälfte,
2. und 1. Junior Jan Matthis Kuhn Jochen Rolle, Trainer von Philipp Ratz,
läuft im guten Mittelfeld Senioren M40-45 ca. 6800 m 7 Runden: vorne
der 1. M45 Hakim Ouahioune
10. Lauf Senioren M40-45 ca. 6800 m - 7 Runden
Der schnellste im Feld über 800/1500/3000 und auch 5000 Meter auf
der Bahn war ohne Zweifel Markus Zerres (TV Waldstraße Wiesbaden),
doch ob er dies auch im Gelände umsetzen konnte war fraglich. So
meinte er schon vor dem Start: "Eigentlich kann ich nur geradeaus
laufen." So stieg er dann später auch aus. Vom Start weg legte
3000-Meter-Hallenmeister Thorsten Kramer (SF Blau-Gelb Marburg) ein Höllentempo
vor, stürmte das lange Bergabstück herunter und hatte auch nach
der ersten Runde einen 50-Meter-Vorsprung gegenüber seinen Vereinskameraden
Marathon-Hessenmeister Hakim Ouahioune und Ralf Nowak herausgelaufen.
Diese hatten in ihrem Schlepptau aber so starke Mitstreiter wie Markus
Riefer (SSC Hanau-Rodenbach) und Vorjahressieger Jürgen Wagner (PSV
Grün Weiß Kassel).
Senioren M40-45: 2. M40 Jürgen Wagner und 6. M40 Roland Ott (163)
Der M40 Sieger Thorsten Kramer wehrt den Schlussspurt von Jürgen
Wagner ab Platz 1 (Thorsten Kramer/182), 4 (Ralf Nowak/183) und 5 (Hakim
Ouahioune/181) für die Blau Gelben aus Marburg als Mannschaftssieger
Nach Streckenhälfte machte sich dann Markus Riefer auf die Verfolgungsjagd,
schloss auf Kramer auf und zog auch leicht vorbei, konnte sich aber nicht
entscheidend absetzen. Von hinten kämpfte sich Jürgen Wagner
immer dichter an das Spitzenduo heran, die Blau-Gelben verloren am Bergabstück
Meter um Meter. Doch wer schon glaubte, dass Thorsten Kramer geschlagen
sei, der irrte. Kramer: "Ich wusste, nach sechs Runden könnte
es in der letzten Runde noch mal ganz eng werden." Und so kam es
auch zu einem Brust-an-Brust-Rennen zwischen Jürgen Wagner und Thorsten
Kramer, bevor dann Kramer 300 Meter vor dem Ziel seine bessere Spurtstärke
ausspielte und sich mit 24:27 zu 24:35 Minuten noch deutlich seinen zweiten
Hessentitel in diesem Jahr sicherte. Platz drei ging an Markus Riefer
in 24:45 Minuten vor den beiden Marburgern Ralf Nowak in 24:58 Minuten
und M45 Sieger Hakim Ouahioune in 25:14 Minuten sowie dem kampfstarken
Paul Guckelsberger (LV Mengerskirchen) 2. M45 in 25:20 Minuten. Die Mannschaftswertung
müsste nach Erfassung der Ergebnisse mit Kramer 1. Nowak 4. und Ouahioune
5. mit 10 Pkt. an SF Blau-Gelb Marburg gehen.
6 Runden über ca. 5800m galt es für die Senioren M50 und älter
zu bewältigen 2. M55 Nazzareno Gerecitano 2. M50 Siegfried Quoika
2. M65 Helmut Schulhauser
11. Lauf Senioren M50 u.ä. ca. 5800m 6 Runden
Wenn Jürgen Theofel (FV Wallau) an den Start geht, will er auch gewinnen.
Der 14-fache Deutsche Meister und letztjährige Europameister im Halbmarathon
war hier als Titelverteidiger der M45 angetreten und wollte auch in seiner
neuen Altersklasse M50 gewinnen. Aber auch hier hatte er auf Landesebene
eigentlich keinen ernsthaften Gegner zu fürchten. Vom Start weg lief
er ein einsames Rennen an der Spitze und konnte auf den sechs Runden seinen
Vorsprung Runde um Runde kontinuierlich vergrößern. Im Ziel
wurde er mit 21:30 Minuten gestoppt und lag 41 Sekunden vor Siegfried
Quoika (TV Waldstraße Wiesbaden). Dahinter lief Peter Eckes (LG
Bad Soden/Neuenhain) in 22:45 über die Ziellinie.
1. M60 Reinhardt Gehrmann In der "jugendlichen AK45" noch 100
km in 6:49:17 h gelaufen, läuft Harry A. Arndt heute zwar etwas kürzer
jedoch nicht weniger hart. Bei den hessischen Crossmeisterschaften belegte
er den 4. Platz in der AK70 1. M50 Jürgen Theofel, 1. M65 Elias Dobré
und 1. M55 Egbert Merkel
Nicht Titelverteidiger Nazzareno
Gerecitano (TuSpo Borken) holte sich diesmal den Titel der M55, sondern
Egbert Merkel (TSV Cappel), auf Platz vier im Gesamtfeld. Nach vorsichtigem
Beginn auf den ersten Runden lag er im Ziel in 22:48 Minuten vor seinem
Konkurrenten, der in den ersten Runden auf dem zweiten Gesamtplatz liegend,
das Rennen viel zu stürmisch angegangen war.
Die Altersklassen Wimpel der M60 konnte sich als 11. im Gesamtfeld Reinhardt
Gehrmann (PSV Grün-Weiß Kassel) nach guten 25:09 Minuten holen.
Auch Elias Dobré (TSV Cappel) konnte für seinen Sieg in der
M65 einen Wimpel entgegen nehmen. Er wurde wie schon in der Halle über
3000 Meter in der M65 nach 26:11 Minuten 13. im Gesamtfeld. Bei den "Oldies"
in der M70 siegte Horst Schubert (MT Melsungen) auf Platz 27 nach 29:02
Minuten und in der M75 war Dieter Grossmann (TV Niederscheld) in 33:35
Minuten erfolgreich.
Bericht und Fotos von Helmut Schaake
Ergebnisse www.hlv.de
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