Guido Hermes Deutscher Meister im Marathon
PSV-Team M 40 auf Platz drei

Die deutsche Meisterschaft im Rahmen des München-Marathons entpuppte sich als optimale Lösung für den deutschen Leichtathletik-Verband. Die spätherbstliche sonnige Wetterlage brachte für die 10000 Läufer und Zuschauer ideale Voraussetzung. Der Veranstalter tat durch eine perfekte Organisation ein Übriges da zu bei.

Die Voraussetzungen stimmten somit auch für die Athleten des PSV Grün-Weiß Kassel. Nach zwei Vizemeisterschaften und der berufsbedingten Nichtteilnahme des Titelverteidiger Dirk Nürnberger (DHFK Leipzig) standen die Aussichten für das Team um Spitzenmann Jürgen Austin-Kerl günstig.

Schon schnell nach der Böllerschussabgabe beim Start vor dem Olympiastadion bezog Jürgen Austin-Kerl in einer sechsköpfigen Spitzengruppe Position, während der 42jährige Guido Hermes in einer dritten Verfolgergruppe sein ideales Tempo fand.

Jürgen Wagner, Carsten Bandenski, Dr. Thomas Reidick, Achim Wiegand und Rainer Illigmann gingen das Rennen leistungsgerecht an. Die PSV-Oldies Friedrich Iffert, Günter Hoffmann und Jürgen Döring liefen hier bereits in dem Vierstunden Ziel entgegen.

Nach der 12 km Marke bildeten Dirk  Schwarzbach (TSV Kirchberg),  Dr. Matthias Körner (DFHK Leipzig) und Jürgen Austin-Kerl eine dreier Gruppe, die sich von den Verfolger ständig weiter entfernte.

Bereits hier signalisierte der PSVer starke Zahnschmerzen, die auch bei den Betreuern leichte Sorgenfalten entstehen ließen. Den größten Anteil der Führungsarbeit leistet der Fuldataler. Die Halbmarathonmarke passierte das Trio nach 1:10:28 Stunden. In einer zehnköpfigen Gruppe, die an Platz 20 lag,  gestaltete Guido Hermes ein Rennen nach Maß. Die 1:14:20 Stunden lagen in der Zielplanung des Aachener Polizeibeamten.

Schon zwei Kilometer weiter dann eine erste Vorentscheidung: Austin-Kerl musste abreißen lassen. Sein schmerzverzehrtes Gesicht signalisierte Resignation. Zwölf Wochen Vorbereitung in den Sand gesetzt. Der Gedanke an das Team ließ den Hauptfeldwebel noch bis Km 35 weiterlaufen, dann gab er enttäuscht auf. Gedanken an das Ende der Karriere kreisten zu nächst in seinem Kopf. Der Zahnarzt entfernte am Montag einen vereiterten Zahn!

Während dessen kämpfte der zweite Top-PSVer mit Seitenstichen. Guido Hermes passierte trotzdem noch weiter sieben Läufer bis zum Ziel. Acht Minuten vorher aber erreichte der Chemiker Dr. Körner nach seinem Titelgewinn von Duisburg 2000 zum zweiten Mal den deutschen Meistertitel. Auf den letzten 17 Km sorgte der frühere Kassel-Marathonsieger allein für das Tempo und gewann nach 2:21:57 Stunden.

Auf Platz zwei schob sich noch überraschend der Friedberger Philipp Büttner vor dem lange auf Platz zwei laufende Dirk Schwarzbach. Dann kam auf Platz elf des Gesamteinlaufes Guido Hermes nach 2:30:46 Stunden als überlegener Sieger der Masterklasse (M 40), mit zwei Minuten Vorsprung und holt sich nach 2004 zum zweiten Mal diesen Titel.

„Das war ein hartes Stück Arbeit. Die Seitenstiche konnte ich im Grenzbereich des Erträglich halten. Der Teamgedanke hat mir wieder einmal geholfen. Mit Jürgen habe ich ein starkes Mitgefühl. Nun geht`s erstmal zum Marienplatz, das heutige Hefeweizen habe ich mir verdient. Mit Carsten und Thomas freue ich mich riesig über die Teammedaille, “ ließ der harte Ausdauersportler auf dem Rasen des Olympiastadion als emotionalen Ausbruch“ gegenüber den Medienvertreter los.

Dr. Thomas Reidick holte sich damit bereits seine dritte Meisterschaftsmedaille nach Hannover 2004 und Regensburg 2005. Seine 2:49:34 Stunden und die 2:52:37 Stunden von PSV-Neuling Carsten Bandowski bescherten den dritten Teamplatz.  

Fünf Monate war Jürgen Wagner muskulär angeschlagen,  bevor ihn Karl Seiffert mit drei Behandlungen wieder hinbekam. Der Herborner dankte es und blieb mit 2:38:11 Stunden als 44. im Vorderfeld. Etwas Enttäuschung klang bei dem Polizeioberkommissar mit:“ Zu nächst bin ich mit meiner Leistung äußerst zufrieden. Vor vier Wochen habe ich noch nicht an einen Start denken können. Jürgens Pech hat uns leider eine Medaille gekostet!“ Gemeinsam mit Hermes und Dr. Reidick sprang der siebte Teamplatz heraus.

Die weiteren Ergebnisse der PSV-Athleten: Wiegand 3:12:47; Illigmann 3:14:27; Pfaff 3:39:47; Iffert 4:06:19 Hoffmann 4:28:46; Döring 4:29:19 Stunden.

Die näheren Ergebnisse können unter www. Mikatiming.de nachgelesen werden.

Im Rahmenwettbewerb über 10 km  lief Andre Green (LG Wedel/Pinneberg), der vielen Kasselern noch von seinen beherzten Rennen beim Citylauf bekannt ist, als erster ins Olympiastadion nach 30:13 Minuten ein und sorgte für einen deutschen Sieg.

Die kleine PSV-Gruppe, die auch noch ihre Vereinskameraden beim Marathon lautstark unterstützte, überzeugte in der bayrischen Landeshautstadt.  Jörg Harland hatte seine Ambitionen nach einer leichten Erkältung nicht so hoch geschraubt. Der Gelnhäuser hielt sich immer im Vorderfeld auf und platzierte sich unter den 1300 Finishern als neunter in 33:10 Minuten.

Ingenieur Klaus Brantsch , nach längerer Wettkampfpause,   war selbst am meisten überrascht, dass mit  35:44 Minuten der 4. Platz in der Klasse M 35 zu belegen war.

Die 43jährige Jutta Wagner  und der 53jährige Alfons Schmid erreichten in ihren Altersklassen mit 47:01 Minuten und 38:05 Minuten jeweils den zweiten Platz. Beide waren sich einig, dass sie diese Leistungen als Motivation in das beginnende Wintertraining mitnehmen werden.

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