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Deutsche Halbmarathonmeisterschaften Die
Deutschen Halbmarathonmeisterschaften in Herten-Bertlich forderten von den
Athleten alles ab. Starke Winde und teilweise durch Frosteinwirkung
desolate Straßenzustände waren nicht unbedingt Bestenlisten freundlich.
Für die Dauerleister des PSV Grün-Weiß Kassel bildete der Halbmarathon,
nach dem tollen Erfolg bei den Landescrossmeisterschaften in Trebur, einen
weiteren Höhepunkt. Bei
den Männern rechneten sich die Grünhemden eine realistische
Medaillenchance aus. Dieses Ziel musste aber bereits nach sechs Kilometer
aufgegeben werden. Jürgen
Austin-Kerl, in Trebur der überragende Läufer, stand zu diesem Zeitpunkt
bereits neben der Strecke. Von einem intensiven Infekt mit hohem Fieber
aus der Vorwoche offensichtlich noch nicht erholt, musste der
Hauptfeldwebel das Rennen aufgeben. Eine durchaus richtige Entscheidung. Während
dessen lief es für Jörn Harland angepasst an die äußeren Bedingungen,
planmäßig. Der Gelnhäuser musste in einigen Passagen ähnlich wie auch
Klaus Brantsch allein gegen den hinderlichen Wind ankämpfen und verlor
dann Zeit und Kraft. Bis 14 Km war auch der extra aus Zagreb
angereiste Thomas Weber auf dem Weg zu einer Zeit um 1:10 Stunden. Dann
hieß es aber auch für den Vater von Zwillingen nur noch Kampf für eine
gute Mannschaftsleistung. An der Spitze hatte Carsten Eich (Düsseldorf)
den Deutschen Meistertitel gegen den Kenianer nach 1:04:30 Stunden für
sich entschieden. Jörn Harland lief sich zum Schluss nochmals frei und
kam in das Bertlicher Stadion als drittbester Hesse auf dem 18. Platz ein.
Seine 1:09:10 Stunden bedeuten persönliche Bestzeit. „ Ich bin mit
meiner Leistung zufrieden, zu mal ich das Gefühl habe bei besseren
Bedingungen zwei Minuten schneller Laufen zu können. Mir tut es um den Jürgen
leid. Sein Ausfall hat eine bessere Mannschaftsleistung verhindert, “ äußerte
sich ein relativ frischer Harland im Ziel. Der 36jährige Klaus Brantsch kämpfte
unterwegs mit Seitenstichen und dem Wind, weil er weite Strecke allein
lief. „Mit 1:10:58 Stunden habe ich heute meine zweitbeste Zeit erzielt.
Ich wollte eigentlich unter 1:10 Stunden bleiben, aber die Umstände ließen
es nicht zu, “ erläuterte er wie
immer bescheiden, mit einem leichten Understatement. Nach
dem Ausfall von Austin-Kerl und dem Verzicht von Alex Merkel und Matthias
Jahnke war nun plötzlich Thomas Weber als 42. nach 1:13:51 Stunden, in
der Mannschaft, die mit Platz acht, als bestes Hessisches Team in 3:33:59
Stunden ein Minimalziel erreichte. Jürgen
Wagner blieb unter seinen eigenen Erwartung mit 1:16:46 Stunden und dem
70. Platz „Die letzten zwei Nachtdienste haben keine optimale
Vorbereitung zugelassen“, zeigte sich der 39jährige Polizeikommissar
schon wieder gefasst. Im
zweiten Lauf der Veranstaltung gingen alle Frauen und Altersklassen der Männer
an den Start. Gewarnt
durch die Ergebnisse des ersten Laufes liefen die Athleten vorsichtig an.
Zur Hälfte der Strecke bildete sich eine zwölfköpfige Kopfgruppe mit
dem PSVer Guido Hermes. Der DLV Marathon-Jahresbeste 2004 und 2005
forcierte immer wieder das Tempo, so dass bei Km 16,5 die Spitze sich auf
sechs Athleten reduzierte. Überraschend
fiel der 41jähre Roetger bei Km 17 aus der Gruppe ab.
Einen Kilometer später zeigte er enormen Kampfeswillen, als er
nach einem Verpflegungspunkt nochmals alles mobilisierte und einen fünfzig
Meter Rückstand gegen den Wind aufholte. Zur Überraschung der führenden
Läufer übernahm Guido sofort die Spitze. Dem Antritt konnten nur noch
Theofels (TV Wallau) und Guckelsberger (LC Mengerskirchen) folgen. Der
Mengerskirchner , in Trebur bereits Crossmeister; der die letzten zwei
Kilometer im Windschatten blieb, hatte dann auf der Zielgeraden im Stadion
leichtes Spiel und setzte sich gegen Hermes, der 1:12:06 Stunden benötigte,
durch. „Das war brutal! Ich musste so hart laufen, nur so konnte ich die
Verfolger abschütteln. Leider nicht alle. Jetzt werde ich in die nächsten
Wochen an meiner Grundschnelligkeit arbeiten und erst im Herbst einen
Marathon laufen.“ Mit
Dr. Thomas Reidick und Jost Wesemüller erreichte das PSV-Trio in 3:59:23
Stunden als zweitbestes Hessische Team einen
zehnten Platz. Beide klagten in den letzten Tagen über die winterüblichen
Erkältungen und trauerten der möglich schnelleren Zeiten nach, die eine
bessere Teamplatzierung ermöglicht hätten Leider
platzte nach dem Ausstieg von Uwe Westphal das erfolgsverwöhnte M 50
Team. Nur eine Woche nach seinem Sieg beim Sylterinsellauf über 33 Km
stellte sich HR-Mitarbeiter Wilfried Kahl für Team zur Verfügung und überzeugte
als 28. in 1:26:10 Stunden wie auch Martin
Simon als 30. mit 1:26:55 Stunden. Aber
wie sagte doch Martin Simon: „ Wer Erfolge feiert muss auch Rückschläge
einstecken können!“ Dem ist nicht s hinzuzufügen!
„ Kopf hoch, Männer!“ Kann man kann man denen nur zu rufen,
die nicht zufrieden waren. Dies
trifft auf keinen Fall für Stefanie Wiesmair zu. Die 26jährige Thüringerin
stellte sich erstmals der nationalen Straßenlaufspitze. In Begleitung
ihrer Mutter stellte sich Stefanie der Herausforderung. Selbst in einigen
windigen Passagen versteckte sie sich nicht. „Mir fiel es schon etwas
schwer. Ich glaube ich bin auch von dem Trainingslager und nach dem
letzten Training noch nicht richtig erholt, “ wird sie später zitiert.
Die Dipl. Kauffrau, der ein Interesse am Polizeiberuf
nachgesagt wird, hielt das einmal eingeschlagenes Tempo durch. Im
Ziel von ihrer Mutter begrüßt,
muss der 10. Platz in
1:25:26 Stunden als ein gelungener Einstand bewertet werden. Spannung gab
es auch an der Spitze, als Lumnita Zaituc(LG Braunschweig) auf der
Zielgeraden von der Kenianerin Viola Bor, die auch beim Kasseler Citylauf
bereits startete, überspurtet wurde. Aufgrund einer Regeländerung wurde
Bor zu nächst als Deutsche Meisterin ausgerufen, am nächsten Tag jedoch
disqualifiziert, da sie in diesem Jahr bei der nationalen kenianischen Meisterschaft
im Cross an den Start ging. |