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Robel
Mesgena in Ulm Fünfter Deutsche
Jugend Meisterschaften Nach längerer
verletzungsbedingter Abwesenheit von der Wettkampfszene gelang Robel
Mesgena im letzten Moment mit seinem Mendener 5000 m Laufergebnis noch die
Qualifikation für die Deutschen Jugendleichtathletikmeisterschaften in
Ulm. Um es vorwegzunehmen:
Der Favorit Tom Gröschel (1. LAV
Rostock) Der Presse
diktierte er in den Stenoblock: Und Robel, der nun im
Wettkampf seinen Standort suchte, ließ sich von der starken Konkurrenz
nicht nervös machen. Er hielt sich lange in einer achtköpfigen
Spitzengruppe. Die ersten Kilometer lief
man geordnet in 3:02 – 2:56 – 2:58 Minuten an.
Passierte die 3000 m nach 8:56 Minuten. Zu diesem Zeitpunkt bestand die Führungsgruppe
noch aus sechs Läufern und dabei auch Robel. Kurze Zeit später zog
Gröschel das Tempo höher.
Robel lag an sechster Position und der vor ihm laufende Karsten
Meier ließ nach vorn ein Loch entstehen, ohne dass Robel sofort
reagierte. Damit riss die Verbindung nach vorn und eine bessere Zeit und
Platzierung waren dahin. Mit den zwei weiteren
1000 m Abschnitte von 3:12 und 2:57 rettete er dann einen ausgezeichneten
fünften Platz. Mit 15:07,94
Minuten lief er seine bisher zweitschnellste Zeit und setzte sich hinter
Julian Flügel auf Platz zwei der aktuellen PSV-Jahresbestenliste. . 5000m,
männliche Jugend A - Finale
In HNA.de gefunden: Robel Mesgena – Laufen in ein neues Leben
Als Kind hat er seine Heimat verlassen. „Ich kann mich gar nicht mehr genau erinnern", sagt Robel Mesgena. Damals war er zwölf Jahre alt, und sein Geburtsland Eritrea hatte sich noch nicht von den Folgen des jüngsten Krieges mit dem Nachbarstaat Äthiopien erholt. In den Kriegswirren von 1998 bis 2000 verlor Robel seine Eltern aus den Augen. Will gern für Deutschland laufen: Robel Mesgena ist deutscher Vizemeister über 3000 Meter. Er lebt seit sechs Jahren in Kassel, macht noch bis 2011 eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann und wartet auf einen deutschen Pass. Foto: Polk Ein Bekannter seines Vaters verließ 2004 das Land, er nahm den Jungen mit. Über den Sudan kam Robel nach Frankfurt am Main. Während der drei Monate dort lernte er in Grundzügen die deutsche Sprache. Dann kam er nach Kassel, wo er in einer Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, so die offizielle Bezeichnung, Aufnahme fand. Träger der Einrichtung ist die Hephata Diakonie. Schweren Anfang gemeistert „Der Anfang war
schwer", erinnert sich der junge Mann. Nach kurzer Zeit wurde er in
die Carl-Schomburg-Schule „Um für Deutschland zu starten, brauche ich einen deutschen Pass." Robel Mesgena Während der Bundesjugendspiele 2006 kam das läuferische Talent des damals 14-Jährigen richtig zur Entfaltung. Sein Sportlehrer erkannte die Möglichkeiten: „Du trainierst, glaube ich, für die falsche Sportart."
Zahlreiche sportliche Erfolge Er vermittelte ein Leichtathletik-Training. Robel nahm an Wettkämpfen teil. Und wurde 2008 Hessenmeister über 3000, 5000 und 10 000 Meter. Nach einigen Wechseln trainiert er jetzt für den Polizeisportverein Grün-Weiß in Kassel. Das Training ließ ihm noch genug Freiraum, seinen Schulabschluss zu machen. Nach der mittleren Reife begann Robel Mesgena 2008 eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann im Laufladen. Seine sportlichen Erfolge krönte er 2009: Über 3000 Meter auf der Bahn und 3200 Meter querfeldein (cross) wurde er bei den Jugendmeisterschaften deutscher Vizemeister. Robel Mesgena hätte gern an der Leichtathletik-Weltmeisterschaft der unter 18-Jährigen teilgenommen. Doch das blieb ihm verwehrt: „Um für Deutschland zu starten, brauche ich einen deutschen Pass", sagt er. Zukunftspläne Den hat der mittlerweile 18-Jährige vor Monaten beantragt und wartet auf einen Bescheid. Seine berufliche Zukunft sieht der sympathische junge Mann im sportlichen Bereich: „Ich möchte gern in den USA studieren, vielleicht Sportwissenschaften", sagt er. Robel Mesgena strahlt Ruhe und Zufriedenheit aus. Wenn er von seinen Zukunftsplänen redet, geht ein Lachen über sein Gesicht: „Vielleicht gelingt es mir, ein Stipendium zu bekommen", sagt er. Bis dahin hat er noch einiges zu tun. Er muss sich eine bezahlbare Wohnung suchen, weil er als 18-Jähriger nicht länger in der Wohngruppe bleiben kann. Wenn er seinen deutschen Pass bekommt, hat er als Erstes eine Reise vor: „Ich möchte nach Eritrea und schauen, was aus meiner Familie geworden ist." Denn von seiner Familie hat Robel seit sechs Jahren nichts gehört. Von Ilona Polk
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