Die kleine Chronik der Ju-Jutsu Abteilung – oder:
Wie alles begann!

1986 war das Geburtsjahr der Ju-Jutsu Abteilung beim PSV Grün Weiß Kassel. Der damalige Vereinsvorsitzende Wolfgang Freiling und vor allem unser jetziger Ehrenvorsitzender Alwin Christoph ermöglichten die Gründung unserer Abteilung. Siegfried Derwisch – sein Name fällt immer, wenn es um den Budosport in Nordhessen und auf nationaler Ebene geht – Martin Engels und Karl Ludwig Lamp hatten die Idee, im Oktober 1986 einen eigenen Ju-Jutsu Verein zu gründen.
Dass sie zu diesem Zeitpunkt allesamt Sportausbilder bei der Bereitschaftspolizei waren, begünstigte die Situation. Schnell war mit Hilfe des PSV und einer Anschubfinanzierung die Basis dafür geschaffen. Das Dojo, es ist übrigens immer noch das in der Gabelsberger Straße, existierte zu diesem Zeitpunkt schon und Alwin Christoph als Chef der Bereitschaftspolizei in der Friedrich-Ebert-Straße gestattete natürlich gern die Nutzung für den Verein. Nun mussten also nur noch Mitglieder her. Aber auch das war kein Problem. Eine Plakataktion im Vorderen Westen und bei der Bereitschaftspolizei hatte einen solchen Zuspruch, dass gleich zwei Anfänger- und eine Fortgeschrittenen-gruppe eingerichtet werden konnten.
Nebenbei sei erwähnt, dass Siegfried im Alter von 50 Jahren im Juni ´86 seine Prüfung zum 5. Dan Grad Ju-Jutsu abgelegt hatte. Die noch junge Abteilung durfte dann im Juli 1988 die südwestdeutschen Einzelmeisterschaften im Ju-Jutsu ausrichten; eine ehrenvolle und zu gleich auch anspruchsvolle Aufgabe.
Etwa zu dieser Zeit bekam Siegfried Derwisch Kontakt zum Arnis, das ein fester Bestandteil im unserem Training geworden ist. Auch in dieser Sportart ist er mittlerweile zu Meisterehren gelangt und Träger des 3. Dan Grades, den er im Judo ebenfalls hat.

Existenzielle Bedrohung stand für die Abteilung Mitte der 90er Jahre ins Haus. Umstrukturierungen bei er Polizei in Hessen hatten zur Folge, dass die Bereitschaftspolizei nach Lich verlagert und die Liegenschaft geschlossen wurde. Auf der einen Seite negativ, weil die Trainingsstätte weg fiel. Auf er anderen Seite positiv, weil sich andere Möglichkeiten erschlossen. So z.B. bei der Bereitschaftspolizei in Niederzwehren, wo jetzt und auch in Zukunft noch Trainingseinheiten stattfinden, sowie in der Sporthalle am Königstor und in der Justizvollzugsanstalt in Kassel. Letztere auch wieder nur, weil seit dieser Zeit auch Siegfried (der Jüngere) Dispot im Vorstand aktiv mit arbeitete.
Dank des großen Engagements von Dr. Michael Bentler, der zu diesem Zeitpunkt Abteilungsleiter war, konnte bei Gesprächen mit dem Oberbürgermeister der Stadt Kassel erreicht werden, dass unser Dojo ab dem 06.10.1998 genutzt werden konnte. Viel mehr als das – wir waren wieder zu Hause!

Eine weitere feste Größe unserer Abteilung ist das Kinder- und Jugendtraining, das zu diesem Zeitpunkt in den im wahrsten Sinne des Wortes in den so genannten Schuhen steckte. Damit sind Namen wie Anita Winterstein, Klaus Labuske, Günter Teppe und last but not least Marion Lesche fest verbunden.
Marion ist seit 1999 mit dabei und seit einiger Zeit auch Jugendwartin in unserer Abteilung, die sich mit Unterstützung durch viele Helfer immer wieder neue Höhepunkte und Freizeiten für Kids einfallen lässt und organisiert.

Die einzelnen Betätigungsfelder aufzuzählen, würde sicherlich den Rahmen sprengen. Ein Blick auf den Trainingsplan lässt die vielfältigen Möglichkeiten erkennen.

In den mittlerweile 19 Jahren hat sich die Abteilung mit ca. 200 Mitgliedern zu der zweit Größten im PSV Grün Weiß Kassel entwickelt. Mit ihr sind neben den bereits Genannten und den aktuellen Trainern und Vorstandmitgliedern einige Namen untrennbar verbunden. So z.B. Herbert Frese, der derzeitige Präsident des Deutschen Ju-Jutsu Verbandes, Sven Barchfeld als Präsident des Deutschen Arnis Verbandes, Gerhard Bohnes, Klaus-Peter Brinkmann, Karsten Purkert, u.a.

Besonders schmerzlich bleibt uns der Verlust von Holger Mentel in Erinnerung, der im März 1999 in den Bergen ums Leben kam. Wir erinnern uns seiner als tollen Sportkameraden und besonders positiven Menschen.

Ich hoffe, bei meiner Aufzählung niemanden vergessen zu haben. Insbesondere kann ich nicht die vielen Helfer, die gerade Marion im Kinder- und Jugendtraining unterstützen, namentlich aufzählen. Ihnen gilt aber der besondere Dank, denn in der Kinder- und Jugendarbeit liegt unsere Zukunft.

Achso - Martin Silbersack und Gilbert Waninger sage ich auch danke. Sie haben die Website zu dem weiterentwickelt, was sie heute ist.

Und so freuen wir uns auf das Jahr 2006, in dem wir im Oktober unser 20 jähriges Bestehen zünftig feiern werden.


Karl L. Lamp

Nach oben