Beim Judo gibt es keine Tore und keine Punkte, sondern Wertungen. Bei jeder Aktion die ein Kämpfer ausführt, beurteilt der Kampfrichter, wie gut sie war. Erfüllt sie bestimmte Kriterien, erhält der Judoka eine entsprechende Wertung. Zur Bewertung hat der Kampfrichter vier Kategorien zur Auswahl:
Koka, Yuko, Waza-Ari und Ippon
Koka ist die kleinste Wertung, Yuko ist eine höhere Wertung, Waza-Ari ist noch höher und Ippon ist die höchste Wertung. Wertungen können mehrmals vergeben werden (außer für Ippon). Die Anzahl der Wertungen in jeder Kategorie werden auf der Kampfrichtertafel angezeigt (wiederum außer für Ippon): Auf der linken Seite für den Judoka ohne roten (bzw. mit weißem) Gurt, auf der rechten Seite für den Judoka mit rotem Gurt.
| 0 | 0 | 2 | 0 | 1 | 0 |
| Waza-Ari | Yuko | Koka | Waza-Ari | Yuko | Koka |
Wer die höchste Wertung Ippon erhält, ist sofort Sieger (es ist egal, was für Wertungen der Gegner erzielt hat) und der Kampf ist zu Ende. Diese Wertung kann also nur einmal pro Kampf vergeben werden und deshalb braucht sie auch nicht auf der Tafel angezeigt werden!
Zweimal Waza-Ari ist soviel wert wie Ippon, auch dann ist man sofort Sieger.
Wenn mit diesen Wertungen der Kampf nicht vorzeitig beendet wurde, sondern die Kampfzeit regulär abgelaufen ist, gewinnt derjenige Judoka, welcher die höhere Wertung von beiden erzielt hat. Dabei gilt:
ein Waza-Ari ist mehr wert als alle Yukos und Kokas des Gegners
ein Yuko ist mehr wert als alle Kokas des Gegners
Es entscheidet also immer die Anzahl der höchsten Wertung, die vergeben wurde. Ist diese bei beiden Kämpfern gleich, entscheidet die Anzahl der nächst niedrigeren Wertung, usw.
Wenn beide Kämpfer überhaupt keine Wertung erzielt haben oder
die Wertungen bei beiden absolut identisch sind, dann wird der Wettkampf durch
"Golden Score" entschieden; d.h. alle bisherigen Wertungen werden
zurückgenommen und derjenige Kämpfer gewinnt, der in der Verlängerungszeit die
erste Wertung erhält. Haben beide Kämpfer auch im "Golden Score"
keine Wertung erzielt, kommt es zu einem Kampfrichterentscheid.
Der oder die Kampfrichter müssen einen Kämpfer zum Sieger erklären.
Für die Entscheidung wird geprüft:
Beim Kampf im Stand gilt: Je mehr der Gegner auf den Rücken geworfen wird, und je schwung- und kraftvoller die Wurfausführung ist, desto höher die Wertung. Landet der Gegner dagegen auf dem Bauch gibt es keine Wertung!
Im Bodenkampf gilt: je länger man es schafft, den Gegner
in einem Haltegriff festzuhalten, desto höher die Wertung. Ein Haltegriff zählt
aber nur dann, wenn der Partner mit mindestens einer Schulter auf dem Boden liegt!
Bei höheren Altersstufen kommen Hebel und Würgegriffe dazu. Bei
wirkungsvoll angesetzten Hebeln oder Würgegriffen signalisiert der
Unterlegene durch Abklopfen seine Aufgabe. Dann erhält der
andere Ippon und der Kampf ist zu Ende!
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