Damals während der Kriegszeit durfte man wegen der Alliierten Besetzung kein Judo ausüben. Ein Verstoß gegen diese bestehende Anordnung war unter Strafe - sogar mehrjährige Gefängnisstrafe - gestellt. Lange Zeit suchte Arno Kleinke in Kassel nach Gleichgesinnten. Er stellte fest, das der Begriff "Judo" nicht so weit verbreitet war. Mit dem Begriff "Ju-Jutsu" konnten mehr Menschen etwas anfangen. Als er einen Mann vor den Henschel-Werken ansprach nahm er an, dass ein so sportlich, muskulöser und mit federndem Schritt gehender Mann die Sportart Judo leicht erlernen könne. Aber der Mann gab eine überraschende Antwort: "Geben sie sich keine Mühe, ich kenne diesen Mörder-Sport, Finger in die Augen stechen und Blutrühren. Nichts für mich mein Herr, ich liebe Musik." Ab diesem Zeitpunkt musste er feststellen, dass viele Menschen ein falsches Bild vom Sport Judo haben.
Im Sommer 1950 lernte er endlich jemanden kennen, der auch seine Vorliebe mit ihm teilte. Als sie zusammen trainierten rief eine hysterische Frau die Polizei, worauf sie eintraf. Sie stellten fest, dass einer der Polizeibediensteten Mitglied im Polizeisportverein Grün-Weiß Kassel war.
In den vergangenen 40 Jahren hat sich viel im Judo-Sport, sowie in der Judoabteilung des PSV Sportvereins ereignet. Heute kann schon jedes Schulkind mit dem Begriff "Judo" etwas anfangen. Andere Vereine in Kassel und Umgebung haben ebenfalls Judo-Abteilungen gegründet. Ein reges Übungs- und Kampfsportprogramm findet ständig statt.
Von: Arno Kleinke